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Der Reliefdruck und seine Geschichte

Das legendäre Kreuzfahrtschiff Titanic war seinerzeit ein Wunderwerk der Technik: Mit einer Länge von 269 Metern und einer sagenumwobenen Luxusausstattung stellte es das größte und prunkvollste Schiff ihrer Zeit dar. Kaum bekannt jedoch ist, dass sie auch über eine eigene Bord-Druckerei verfügte: Hier nämlich wurden die zahlreichen Briefbögen und Umschläge, sämtliche Menü- und Bordbuchkarten und vieles mehr hergestellt. Schon damals wusste man im übrigen um den Wert einer schönen, einer einzigartigen Drucksache: Man bediente sich hierbei der Thermografie, mithin des Reliefdrucks. Der Untergang der Titanic im Jahre 1912 war folglich auch der Untergang all dieser Drucksachen. Indes bedeutete diese Schiffskatastrophe nicht auch den Untergang des Reliefdrucks - im Gegenteil: Es dauerte nicht lange, bis er seinen Siegeszug um den gesamten Globus antrat.

Die Anfänge der Druckveredelung »Reliefdruck«

Der Begriff Thermografie stammt aus dem Griechischen: thermos bedeutet warm, heiß, während grafie (graphein) für schreiben, ritzen steht. Die Geschichte des Reliefdrucks, des gleichsam „fühlbaren Drucks“, sie geht zurück bis ins neunzehnte Jahrhundert und hat ihre Wurzeln in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Bei seinen Nachforschungen bezüglich der Historie ergab sich für Frese-Firmenleiter Manfred Jakobs das Problem, dass sich nur recht spärliche Informationen in den entsprechenden Archiven finden ließen. Seinerzeit nämlich wurden bedauerlicherweise keine ausreichenden Aufzeichnungen festgehalten. Dennoch gelang es ihm, mancherlei an Wissenswertem und Hochinteressantem zu eruieren.

Jegliche Arbeit wurde zu Beginn des Thermo-Reliefdrucks noch aufwändig per Hand erledigt. Jedes einzelne gedruckte Stück wurde mit Harzpuder abgewischt, während die Tinte noch nass war. Das überschüssige Harz wurde dann wieder entfernt, das Druckstück wurde anschließend über eine Wärmequelle gehalten, um das Harzpuder zum Schmelzen zu bringen und infolgedessen eine Erhöhung, eben jenen „fühlbaren“ Druck  zu erreichen. Manch einer  spricht auch vom 3-D-Druck oder auch vom Fühldruck.

Manfred Jakobs erklärt: „In den USA wurde dieser Prozess der Druckveredelung auch fried printing genannt, übersetzt etwa: dergebackene Druck. Das klingt natürlich zunächst etwas komisch. Doch wenn man bedenkt, welche Hitze vonnöten ist, um das optimale Druckerzeugnis zu erreichen, und wenn man überdies berücksichtigt, dass das Druckstück sich in einer Art Ofen befand, versteht man, wie es zu diesem Ausdruck kam.“

Im Jahr 1915 wurden die ersten entsprechenden Maschinen entwickelt. Thermografie war somit nunmehr kein reines Handwerk mehr. 

Manfred Jakobs: „Thermografie war in den zwanziger Jahren sozusagen der Stich des armen Mannes: Ebenso wie heute war nämlich der gravierte Druck, mithin der Stahlstich, aufwändiger und also kostspieliger als der thermografische Druck. Bis heute aber hat diese Weise der Druckveredelung nichts von seiner Aura des Besonderen eingebüßt. Bisweilen wird der Reliefdruck auch fälschlicherweise als Stahlstich-Imitation bezeichnet, aber das ist etwas irreführend: Der Reliefdruck nämlich hat sein ganz eigenes Prestige, ebenso wie auch der Stahlstich. Jedoch ist das Verfahren beim Thermo-Reliefdruck ein völlig anderes und hat mit dem des Stahlstich, der Gravur, nichts gemein.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann diese Weise der Druckerkunst bekannter und populär zu werden: Die Maschinen wurden stetig weiterentwickelt, das Puder verbessert, und immer mehr Hersteller wendeten dieses Druckverfahren an.

Die Weiterentwicklung des Reliefdrucks

Die ersten Kopierer wurden in den vierziger und fünfziger Jahre entwickelt. Neben der Thermografie, also der Hervorhebung beim Druck durch Wärme, wurde nun auch Licht eingesetzt. Jene Maschinen konnten zwar durchaus annehmbare Kopien von hochauflösenden Vorlagen erstellen, aber sie erforderten besonders behandelte Papiere, die nicht bloß kostspielig waren, sondern zunächst auch über eine nur schlechte Stabilität verfügten.

Die Entwicklung der Maschinen zur Herstellung des Thermo-Reliefdrucks war schließlich in den siebziger Jahren so weit fortgeschritten, dass nicht nur immer mehr Druckhersteller ihn als Option für ihre Kunden anboten: Jetzt schaffte der Reliefdruck auch den Sprung über den großen Teich. Aus diesem Grund wird er auch als American Printing bezeichnet.

Bis heute werden in den USA zwei Drittel aller Visitenkarten im Reliefdruck hergestellt. Und auch hierzulande hat der Reliefdruck nichts von seiner Popularität und seiner Aura eingebüßt: Vor allem für private und geschäftliche Visitenkarten und Briefpapiere sowie Glückwunschkarten und Hochzeitskarten wird bevorzugt diese Weise der Druckveredelung angewandt, die trotz aller Noblesse doch kostengünstig ist.

Jacques Frese, der Firmengründer, hat es auf den Punkt gebracht:

„Qualität wird sich immer durchsetzen und behaupten, gegen alle Strömungen der Zeit, gegen jedwede Neuerungssucht. Qualität wird stets modern sein.“

Die Philosophie des Team Frese, welches die Symbiose von Qualität und Innovation vorsieht, von Wertarbeit und Fortschritt, hat sich folgerichtig auch hinsichtlich des Reliefdruckes durchgesetzt: Diese Form der Druckveredelung wurde bereits in den siebziger Jahren konsequent und in höchster Qualität umgesetzt und wird bis heute mit handwerklicher Perfektion praktiziert.

 

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